Feuerwehrdienst auf Helgoland - Zwischen Meerblick und Martinshorn: Undorfer unterstützt im Urlaub die Einsatzkräfte
Von Dietmar Krenz - Bilder: Familie Trettenbach
Helgoland gehört zum Kreis Pinneberg und besteht aus der Hauptinsel sowie der vorgelagerten Insel „Düne“. Gerade in den Sommermonaten, wenn Tausende Urlauber auf die Insel kommen, erhält die Freiwillige Feuerwehr Unterstützung durch ehrenamtliche Einsatzkräfte vom Festland. Neben Feuerwehrleuten aus dem Kreis Pinneberg engagieren sich dabei auch freiwillige Verstärker aus ganz Deutschland. Einer von ihnen war in diesem Sommer erstmals Christian Trettenbach von der Freiwilligen Feuerwehr Undorf.
Schutzausrüstung mit im Urlaubsgepäck
Auf die außergewöhnliche Möglichkeit wurde der aktive Feuerwehrmann durch einen Freund aufmerksam. Nach einer Wartezeit von einem Jahr ergab sich kurzfristig ein freier Platz, und so musste er nicht lange überlegen. Gemeinsam mit seiner Familie machte er sich auf den Weg Richtung Norden – im Gepäck nicht nur Urlaubskleidung, sondern auch die komplette persönliche Schutzausrüstung.
Nach der Anreise mit dem Auto und der Fährüberfahrt von Büsum begann der besondere Feuerwehrdienst. Die neue Verstärkergruppe wurde von ihren Vorgängern in die Unterkunft gebracht, anschließend folgte die Einweisung in Feuerwache, Fahrzeuge und die örtlichen Besonderheiten durch Mitglieder der Helgoländer Wehr.
„Wir hatten großes Glück mit unserer Mannschaft“, erzählt Christian Trettenbach rückblickend. Gemeinsam mit Florian aus dem Saarland, Simon aus Rheinland-Pfalz und Sven aus Schleswig-Holstein – jeweils mit ihren Familien – sei innerhalb kürzester Zeit ein hervorragend funktionierendes Team entstanden. Von einem gewöhnlichen Familienurlaub konnte dennoch keine Rede sein. Während des gesamten Aufenthalts stand die Einsatzbereitschaft an erster Stelle. Im Alarmfall musste jeder Feuerwehrmann innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit sein. Während seiner zweiwöchigen Dienstzeit wurde Trettenbach zu einem Einsatz alarmiert und konnte dabei seine Erfahrungen aus dem Feuerwehrdienst in der Oberpfalz einbringen.
Zum Feuerwehralltag auf Helgoland gehören außerdem Hydrantenkontrollen, kleinere Übungen und die regelmäßige Überprüfung der Einsatzbereitschaft. Dazwischen blieb aber genügend Zeit, die Insel gemeinsam mit den Familien zu erkunden. Strandspaziergänge auf der Suche nach besonderen Fundstücken, Filmabende oder Bastelnachmittage sorgten für Abwechslung. Ein besonderes Highlight war die Besichtigung des Seenotrettungskreuzers „Hermann Marwede“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Für die rund 1300 Einwohner Helgolands stehen insgesamt 34 Feuerwehrleute sowie vier Verstärker auf der Hauptinsel bereit. Weitere vier Verstärker versehen ihren Dienst auf der benachbarten Insel „Düne“. Aufgrund der isolierten Lage kommt der Feuerwehr eine besondere Verantwortung zu: Bis Unterstützung vom Festland eintrifft, muss sie im Ernstfall eigenständig handeln.
Deshalb gelten für die Verstärker während ihres Aufenthalts strenge Regeln. Alkoholkonsum ist tabu, Ausflüge aufs Festland sind nicht erlaubt – jederzeit muss die Einsatzbereitschaft gewährleistet sein. Auch für Manuela Henze und den kleinen Emil wurde der Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Zwar gehören Familienangehörige nicht zur Einsatzmannschaft, dennoch prägt der Feuerwehrdienst den gesamten Tagesablauf. Zwischen möglichen Alarmierungen blieb ausreichend Zeit für gemeinsame Ausflüge und Erlebnisse.
Ehrenamt, Kameradschaft und Familienzeit
„Es war eine echte Herausforderung, aber gleichzeitig eine einmalige Erfahrung“, sagt Manuela Henze. Besonders beeindruckt habe die kleine Familie die einzigartige Natur Helgolands – von den imposanten Basstölpeln und Trottellummen an den Steilklippen über den berühmten Lummensprung bis hin zu den Robben, die sich am Strand aus nächster Nähe beobachten lassen.
Für Christian Trettenbach bleibt der Aufenthalt auf Helgoland eine außergewöhnliche Verbindung aus Ehrenamt, Kameradschaft und Familienzeit. „Es ist eine einmalige Erfahrung, neue Perspektiven kennenzulernen und gleichzeitig dazu beizutragen, dass Einheimische und Gäste sicher sind“, sagt der Undorfer.
Besonders in Erinnerung geblieben sind dem 48-Jährigen jedoch die stillen Momente am frühen Morgen: „Mit einer Tasse Kaffee den Sonnenaufgang über der Nordsee zu erleben – noch bevor die vielen Tagestouristen auf die Insel kommen – das war einfach etwas ganz Besonderes.“ Für den aktiven Feuerwehrmann steht deshalb schon heute fest: Dieser außergewöhnliche Einsatz wird ihm noch sehr lange in Erinnerung bleiben.