Wechsel beim Kreisfeuerwehrarzt im Landkreis Regensburg

01.06.2026
Zum 1. Juni 2026 wechselt die Funktion des Kreisfeuerwehrarztes im Landkreis Regensburg: Nach mehr als sechs Jahren im Amt verabschiedet sich Dr. Christoph Plank, gleichzeitig übernimmt mit Dr. Klaus Heißner ein erfahrener Notfall- und Intensivmediziner die verantwortungsvolle Aufgabe.


    „Mit Dr. Klaus Heißner konnten wir einen äußerst erfahrenen und engagierten Mediziner und Feuerwehrkameraden als neuen Kreisfeuerwehrarzt gewinnen. Gleichzeitig danke ich Dr. Christoph Plank für seinen langjährigen und engagierten Einsatz für unsere Feuerwehren im Landkreis Regensburg“, so die Landrätin.

Der neue Feuerwehrarzt Dr. Klaus Heißner, Facharzt für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie, verfügt über langjährige Erfahrung in der Notfall- und Intensivmedizin. Er besitzt die Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin und spezielle Intensivmedizin sowie weitere Qualifikationen als Leitender Notarzt und für Intensivtransporte. Zudem ist er als Ärztlicher Berater am Bayerischen Zentrum für Besondere Einsatzlagen tätig.

Seit dem Jahr 2011 war Dr. Heißner als Notarzt an mehr als 20 Standorten in Bayern im Einsatz und bringt damit umfassende praktische Erfahrung in den Bereichen Rettungsdienst und Gefahrenabwehr mit. Seine enge Verbindung zur Feuerwehr entstand nach einem gemeinsamen Notarzteinsatz mit der Feuerwehr Lappersdorf. 2022 trat er als Quereinsteiger der Freiwilligen Feuerwehr Lappersdorf bei und engagiert sich dort seither aktiv in mehreren Fachgruppen, unter anderem in den Bereichen Erste Hilfe, Atemschutz und Absturzsicherung. Auch privat ist die Begeisterung für die Feuerwehr längst angekommen: Seine beiden Töchter würden ihren Vater am liebsten bereits zu jeder Übung begleiten.

„Für das entgegengebrachte Vertrauen der Landrätin und der Landkreisführung bin ich sehr dankbar und freue mich darauf, die Aufgabe als Feuerwehrarzt auf den von Dr. Plank hervorragend aufgebauten Strukturen weiterzuführen“, unterstreicht Dr. Klaus Heißner.

Bei Feuerwehreinsätzen müssen in vielen Fällen verletzte oder verunfallte Menschen bis zur Übergabe an den Rettungsdienst professionell betreut werden. „Die dabei getroffenen Maßnahmen können Leben retten und Folgeschäden reduzieren“, so Dr. Klaus Heißner. Daher bleiben die qualitativ hochwertige Erste-Hilfe-Ausbildung und insbesondere die regelmäßige theoretische und praktische Aktualisierung der Fähigkeiten aller Einsatzkräfte ein zentrales Anliegen der Landkreisführung, verantwortet durch den Kreisfeuerwehrarzt. Hierfür wurden in den vergangenen Jahren etablierte Ausbildungsstrukturen sowie ein engagiertes Team aus Ärzten, Notfallsanitätern und Einsatzkräften der Hilfsorganisationen aufgebaut.

Hervorzuheben sind bei der professionalisierten Ersten Hilfe die Einsatzkräfte der Feuerwehren im Landkreis selbst. Alle Kameraden und Kameradinnen arbeiten ehrenamtlich, häufig zu ungünstigen Zeiten und mitunter unter hoher physischer sowie psychischer Belastung. Trotz intensiver Ausbildung und klarer Standards besteht ein erhöhtes Unfallrisiko für die Einsatzkräfte selbst. Deshalb werden die Feuerwehrdienstleistenden weiterhin so ausgebildet, dass sie sich bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes medizinisch bestmöglich selbst versorgen können. Der Landkreis misst der Fürsorge für die Einsatzkräfte große Bedeutung bei.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bildet der Landkreis unter dem zukünftigen Kreisfeuerwehrarzt Dr. Klaus Heißner weiterhin engagierte Kameraden zum Feuerwehrsanitäter aus. In den vom Landesfeuerwehrverband vorgeschriebenen 80 Unterrichtseinheiten werden die Kameradinnen und Kameraden in Theorie und Praxis über körperliche Grundlagen, Schädigungen und deren Behandlung und insbesondere auch das Vorgehen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen geschult. „Neben den zentralen Bausteinen aus unter anderem Rettungstechniken, Blutstillung und Reanimation legen wir einen besonderen Fokus auf eine professionalisierte und empathische Betreuung am Einsatzort“, so Dr. Klaus Heißner.

2025 wurde das Pilotprojekt „CPR-Teams der Feuerwehren im Landkreis Regensburg“ in den Regelbetrieb überführt. Es handelt sich um eine Kooperation mit den Freiwilligen Feuerwehren, dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, der Integrierten Leitstelle und dem Rettungsdienst. Bei besonders schwerwiegenden Alarmierungen, wie bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand, werden zur Überbrückung der Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen CPR-Teams der Feuerwehren im Landkreis Regensburg alarmiert und übernehmen lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen inklusive Defibrillation. „Wenn bei einem Kreislaufstillstand jede Minute zählt, braucht es besondere Übung, um besonnen und gleichzeitig strukturiert zu helfen“, so Dr. Klaus Heißner. Die Qualifizierung, Fort- und Weiterbildung insbesondere von praktischen Fähigkeiten runden das Aufgabenspektrum des Feuerwehrarztes vom Landkreis ab. Die direkte Alarmierung als Fachberater an Einsatzstellen im Landkreis hingegen nimmt nur einen geringen Anteil der Arbeit des KFA in Anspruch.

„Der Kreisfeuerwehrarzt ist in den immer komplexer werdenden Strukturen und Einsatzgeschehen in unserem Landkreis als Bindeglied zwischen den verschiedenen Rettungskräften und dem Zweckverband unverzichtbar geworden“, so Kreisbrandrat Johann Bornschlegl.


Feuerwehrarzt Dr. Christoph Plank verabschiedet sich zum 31. Mai 2026

Nach mehr als sechs Jahren endet die Amtszeit von Dr. Christoph Plank als Feuerwehrarzt des Landkreises Regensburg. Seit Februar 2020 begleitete er die Feuerwehren insbesondere im Bereich der medizinischen Ausbildung und Betreuung. Rückblickend beschreibt Dr. Plank seine Amtszeit als Phase der „gezielten Professionalisierung und strukturellen Weiterentwicklung“. Ein Schwerpunkt lag auf der Einführung einheitlicher Qualitätsstandards in der medizinischen Ausbildung sowie auf einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Hilfsorganisationen und dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF). Geprägt war seine Amtszeit anfangs durch die Corona-Pandemie. Neben der medizinischen Beratung vieler Einsatzkräfte galt es insbesondere, den Übungsbetrieb der Feuerwehren unter sicheren Bedingungen aufrechtzuerhalten. Besonders schätzt Dr. Plank den starken Gemeinschaftsgeist und die hohe Professionalität der Feuerwehren im Landkreis: „Die Mischung aus engagiertem Ehrenamt, moderner Ausbildung und großem Zusammenhalt zeichnet die Wehren im Landkreis aus.“ Zufrieden blickt er vor allem auf die nachhaltige Weiterentwicklung der Ausbildungsstrukturen zurück. Viele Fortschritte seien nur durch die enge Zusammenarbeit mit dem gesamten Ausbilderteam möglich gewesen. Seinem Nachfolger und allen Einsatzkräften gibt Dr. Plank mit auf den Weg: „Bewahrt euch den starken Zusammenhalt und die Professionalität, bleibt offen für Neues und habt den Mut, eigene Akzente zu setzen.“

„Die medizinische Aus- und Weiterbildung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Feuerwehrarbeit. Ich freue mich, dass diese Aufgabe auch künftig mit hoher fachlicher Kompetenz und großem Engagement fortgeführt wird. Gleichzeitig danke ich Dr. Christoph Plank herzlich für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren“, so Kreisbrandrat Johann Bornschlegl.

Quelle: Landratsamt Regensburg
Foto: Herr Dörner